Kann Magnesiummangel Krankheiten verursachen?

Magnesiummangel und Krankheiten

Die Produktpalette an Nahrungsergänzungsmitteln ist groß. Für jeden Geldbeutel gibt es passende Produkte. Steht man in der Drogerie seiner Wahl vor dem Regal, kommt die Frage auf: Brauche ich das tatsächlich? Sollten nicht alle nötigen Nährstoffe mit einer ausgewogenen Ernährung abgedeckt sein? Tatsächlich kann man die Konzentration von sogenannten Mikronährstoffen im Blut untersuchen.

Ein häufiger Mangel ist Magnesiummangel. Mediziner bezeichnen einen Mangel an Magnesium als Hypomagnesiämie. Hypomagnesiämie kann die Ursache für viele, unangenehme Beschwerden sein, aber auch (vermeintlich) keine Symptome zeigen. Doch was genau ist an Hypomagnesiämie so schlimm? Kann Magnesiummangel Krankheiten verursachen?

 

Magnesiummangel und Krankheiten

Magnesiummangel und Krankheiten Copyright: © Kirsty Pargeter – Fotolia.com

Magnesiummangel und Krankheiten – Faktenblock:

  • Magnesiummangel, auch Hypomagnesiämie genannt, kann eine Vielzahl unspezifischer Symptome hervorrufen, die bereits mit einem Krankheitsgefühl einhergehen
  • Ist Magnesiummangel Ursache für Krankheiten, können Nahrungsergänzungsmittel hier schnell Abhilfe verschaffen
  • Magnesiummangel kann mit Hilfe einer Urin- und/oder Blutprobe festgestellt werden
  • Krankheitssymptome treten meist erst bei einer sehr niedrigen Konzentration von Magnesium im Blut auf
  • Starke Hypomagnesiämie kann zu schweren Krankheitsverläufen führen

Welche Symptome kann Magnesiummangel hervorrufen?

Allgemein gesprochen gibt es keine Symptome, die auf eine Hypomagnesiämie gezielt hindeuten. Jedoch gibt es eine Vielzahl an unspezifischen Symptomen, die bei Magnesiummangel recht häufig und schnell auftreten. Hierzu zählen unter anderem Muskelkrämpfe in der Waden- und Kaumuskulatur. Auch spezielle Herzrhythmusstörungen können eine Folge von Hypomagnesiämie sein.

Weitere Symptome eines Magnesiummangels können sein:

  • Abgeschlagenheit, Müdigkeit
  • Appetitlosigkeit
  • Nervosität, innere Unruhe
  • Taubheitsgefühle in Füßen und Händen
  • Durchblutungsstörungen
  • Kopfschmerzen
  • schneller Herzschlag und stark empfundenes Herzklopfen
  • Reizbarkeit
  • Schwindel
  • Probleme mit der Verdauung

All diese Symptome sind erstmal unspezifisch; können also auch für andere Krankheiten stehen. Sollte ein Magnesiummangel zu Grunde liegen, können magnesiumhaltige Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel hier schnell Abhilfe und Linderung verschaffen.

Auch Kinder und bereits Säuglinge können unter Symptomen eines Magnesiummangels leiden. Babys reagieren auf diesen Mangel meist mit einer Neigung zu Krampfanfällen, Gedeihstörungen und Infektanfälligkeit. Kinder, die bereits etwas älter sind, können sich schlecht konzentrieren und sind oft müde. Setzt die erste Periodenblutung bei Mädchen erst sehr spät sein, kann dies auch ein Symptom für Hypomagnesiämie sein. Bleibt der Magnesiummangel bestehen, kommt die Periode mit starken Schmerzen und Krämpfen.

Auch in der Schwangerschaft leiden viele Frauen unter Magnesiummangel, da der Bedarf an Magnesium in der Schwangerschaft ansteigt. Typische Symptome sind hier neben den bekannten Wadenkrämpfen auch Übelkeit, Erbrechen, Wassereinlagerungen sowie Bluthochdruck. Leiden Schwangere zudem unter vielen oder schmerzhaften Vorwehen, kann die Einnahme von Magnesium diese lindern. Daher sollte ab der 38. Schwangerschaftswoche auf die zusätzliche Einnahme von Magnesium verzichtet werden, da es sich bei vermeintlichen Vorwehen auch um Geburtswehen handeln kann.

Welche Ursachen hat Magnesiummangel?

Medizinische Forschung und Wissenschaft geht davon aus, dass etwa zehn bis 20 Prozent der Weltbevölkerung eine zu geringe Konzentration an Magnesium im Blut aufweist. Besonders Jugendliche sind von Hypomagnesiämie betroffen. Der Mangel entsteht, wenn zu wenig Magnesium (mit der Nahrung) aufgenommen oder zuviel ausgeschieden wird. Da Magnesium aber ein sehr wichtiger Mikronährstoff ist, verfügt der menschliche Organismus über Funktionen im Magen-Darm-Trakt, die die Aufnahme von Magnesium fördern und eine zu große Ausscheidung vermeiden. Etwa ein Prozent der Weltbevölkerung verfügt auf Grund genetischer Dispositionen jedoch nicht über diese Mechanismen. Zu Mangelerscheinungen kommt es dann bereits im frühen Kindheits- oder Säuglingsalter.

Man kann festhalten, dass in den meisten Fällen andere Faktoren bei Hypomagnesiämie eine Rolle spielen. Hierzu zählen unter anderem:

  • Essstörungen
  • erhöhter Bedarf an Magnesium durch Sport, Schwangerschaft oder Stress
  • einseitige (Mangel)Ernährung
  • Entzündungen der Bauchspeicheldrüse
  • Alkoholabhängigkeit
  • Operationen am Darm oder chronische Darmerkrankungen (Beispiel: Morbus Crohn)
  • Durchfall, der länger anhält
  • häufiges Erbrechen
  • chronische Nierenkrankheiten
  • Diabetes mellitus
  • Verbrennungen
  • Störungen der Schilddrüsenfunktion

Auch die (vorübergehende) Einnahme bestimmter Medikamente wie beispielsweise Antibiotika kann die Aufnahme von Magnesium im Organismus verringern und zu einem (vorübergehenden) Mangel führen.

Magnesiummangel: Krankheiten, Folgen und Behandlung

Hypomagnesiämie bleibt meist vorerst unbemerkt. Erst bei einer sehr niedrigen Konzentration von Magnesium im Blut treten Krankheitssymptome auf. Der behandelnde Arzt kann den Mangel mit Hilfe einer Urin- und/oder Blutprobe feststellen. Wird eine Hypomagnesiämie festgestellt, sollte die Behandlung rasch beginnen. Leidet ein Mensch an Hypomagnesiämie kann dieser Mangel dazu führen, dass auch andere wichtige Minerale ins Ungleichgewicht kommen. Hierzu zählen Kalzium und Kalium. Diese Mineralien sind für den Herzschlag besonders wichtig.
Besteht ein Magnesiummangel dauerhaft, kann es zu weitreichenden Folgen kommen, die schwere Krankheitsverläufe nach sich ziehen.
Ein weiterer Vorteil einer schnellen Behandlung ist die schnelle Rückbildung der Symptome.
Besteht ein starker Mangel an Magnesium ist die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln nicht mehr ausreichend. Der Betroffene erhält dann den wichtigen Mineralstoff mit einer Infusion über die Vene.
Betroffene mit einem Nierenleiden, die harntreibende Medikamente zu sich nehmen müssen, sollten ihren Mineralstoffhaushalt häufiger kontrollieren lassen, um einem starken Mangel vorzubeugen.
Auch eine Ernährung mit magnesiumhaltigen Lebensmitteln kann einen Mangel ausgleichen. Lebensmittel, die besonders viel Magnesium enthalten sind unter anderem:

  • Haferflocken
  • Mandeln
  • Weizenkleie
  • Mohn
  • Sesam
  • Erdnüsse

Magnesiummangel kann die Ursache für eine Vielzahl an lästigen aber auch schweren Krankheiten sein. Eine ausgewogene Ernährung hilft gesunden Menschen, diesem Zustand vorzubeugen.


1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne 8 Punkte
Loading...

Magensiummangel bei Kindern

Magnesiummangel bei Kleinkindern

Magnesiummangel bei Kleinkindern vorbeugen Kinder und ältere Menschen gehören generell zu Risikogruppen einer Mangelversorgung an Nährstoffen. Sie haben entweder einen gesteigerten Bedarf oder erhalten mit ...