Magnesiummangel und Fibromyalgie

Therapie und Einahme von Magnesium bei Fibromyalgie:

Die Fibromyalgie (wörtliche Übersetzung: Faser-Muskel-Schmerz) ist eine chronische Erkrankung, welche sich durch Schmerzen in unterschiedlichen Körperregionen kennzeichnet und unterschiedliche physische und psychische Symptome nach sich ziehen kann. Konkrete Ursachen können für diese Erkrankung nicht exakt benannt werden, vielmehr kommt eine Kombination von begünstigenden endogenen und exogenen Faktoren in Betracht, z.B. bereits bestehende entzündlich-rheumatische Erkrankungen sowie anhaltende Stressbelastung.

Die Optionen zur Behandlung dieser Krankheit sind vielfältig. Eine supportive Möglichkeit ist die Therapie mit Magnesium bei Fibromyalgie bzw. bei Magnesiummangel ein entsprechender Ausgleich.

 

Magnesiummangel und Fibromyalgie

Magnesiummangel und Fibromyalgie Copyright: © Zerbor – Fotolia.com

Was äußert sich eine Fibromyalgie eigentlich genau?

Von einer Fibromyalgie kann gesprochen werden, wenn mindestens die folgenden Symptome vorliegen:

  • seit mindestens drei Monaten bestehende Schmerzen in verschiedenen Bereichen des Körpers (insbesondere Nacken und/oder der gesamte folgende Rücken sowie im Brustkorb)
  • eine weitere zusätzliche Schmerzlokalisation in beiden Armen und Beinen
  • Ein- und Durchschlafstörungen sowie
  • ein entsprechendes generelles Erschöpfungssyndrom

Dazu geben Betroffene häufig weitere vegetative Beschwerden an, z.B.

  • Nervosität
  • Verdauungsbeschwerden
  • innere Unruhe, teilweise mit Herzrasen
  • Geräuschempfindlichkeit
  • Antriebsverlust

 

Gibt es da nicht eine Übereinstimmung mit der Symptomatik bei Magnesiummangel?

Genau. Wirft man einen Blick darauf, wie sich ein Magnesiummangel äußern kann, stechen schnell einige Gemeinsamkeiten hervor. Ein Magnesiummangel kann sich unter anderem wie folgt bemerkbar machen:

  • Nervosität, innere Unruhe
  • Reizbarkeit
  • Schwindel
  • Verstopfung (Obstipation), Übelkeit, Erbrechen, Durchfall
  • Muskelkrämpfe und damit einhergehend eine entsprechende Schmerzsymptomatik
  • Kribbeln und Taubheitsgefühle in den Extremitäten und generell eine erhöhte Schmerzempfindlichkeit

 

Nachweis einer Symptomverbesserung nach Gabe von Magnesium bei Fibromyalgie

Im Rahmen einer türkischen Studie, die erstmalig 2012 veröffentlicht wurde, wurden Frauen, die an Fibromyalgie erkrankt waren, täglich 300 mg Magnesium verabreicht. Nach acht Wochen reagierten die Betroffenen messbar unempfindlicher auf Druckschmerz als zu Beginn der Behandlung (Verbesserung des sogenannten Tenderpoint-Indexes). Darüber hinaus wurde eine Besserung bezüglich der depressiven Symptomatik festgestellt.
(https://link.springer.com/article/10.1007/s00296-011-2334-8)

 

Kann man die Ergebnisse dieser Studie verallgemeinern?

Bei Bewertung der Studienaussagen sollte man die genaueren Umstände beachten. Zum einen wurde sie ausschließlich an Frauen vor Erreichen der Menopause durchgeführt (Frauen erkranken im Verhältnis 9:1 deutlich ofters an der Fibromyalgie als Männer). Zum anderen war die Anzahl der Teilnehmerinnen an dieser Studie (60 Personen) eher gering. Nichtsdestotrotz waren die Ergebnisse teilweise von sehr deutlicher Natur, so dass keine allgemeine Gültigkeit, aber dennoch eine erfolgversprechende Tendenz sichtbar geworden ist.

 

Ab wann liegt ein Magnesiummangel vor? Wie kann dieser diagnostiziert werden?

Gibt das Auftreten der oben genannten Symptome Anlass zum Verdacht auf einen Magnesiummangel, kann der Magnesiumspiegel durch eine Blutuntersuchung (Bestimmung der sogenannten Serumelektrolyte) dargestellt werden. Der Referenzbereich liegt bei einem Erwachsenen bei 0,75 – 1,05 mmol/l. Zu beachten ist, dass bei Vorliegen einer Fibromyalgie der Magnesiumbedarf des Organismus durchaus höher liegen kann.

 

Empfohlene Vorgehensweise, wenn ein Mangel an Magnesium bei Fibromyalgie ausgeglichen werden soll

Initial sollte ein (vermuteter) Magnesiummangel nicht auf eigene Faust behandelt werden. Eine ärztliche Rücksprache sollte im Vorfeld stets erfolgen, insbesondere um Neben- und Wechselwirkungen mit einer bereits bestehenden Medikation auszuschließen. Die Bestimmung des Magnesiumspiegels sollte am Anfang der Behandlung stehen. Unter Berücksichtigung des täglichen Magnesiumbedarfes, der bei ca. 300 mg liegt, kann dann die Substitutionsdosis festgelegt werden.

 

Warum ist die ärztliche Kontrolle so wichtig?

Ein gesunder Organismus kann eine Überdosierung von Magnesium relativ problemlos über die Ausscheidung ausgleichen. Jedoch gibt es Erkrankungen, bei denen dieser Mechanismus nur noch eingeschränkt funktioniert, z.B. bei Vorliegen einer eingeschränkten Nierenfunktion. Die dann auftretenden Symptome (möglich sind u.a. Übelkeit, Erbrechen, Durchfall) sind denen einer Fibromyalgie nicht unähnlich. Der Organismus eines Menschen, der an Fibromyalgie leider, ist ohnehin schon vorbelastet und geschwächt. Eine zusätzliche Belastung sollte daher unbedingt vermieden werden.

 

Wie nimmt man Magnesium bei Fibromyalgie am besten ein? Und in welcher Form?

Nach Absprache mit dem behandelnden Arzt kommen verschiedene Darreichungsformen in Betracht, um den Magnesiummangel auszugleichen. Als Basis sollte stets eine ausgewogene Ernährung dienen. Daneben gibt es Magnesiumpräparate in verschiedenen Formen, z.B. als (Brause-) Tabletten, Kapseln oder Granulat. Im Vordergrund sollte die persönliche Bekömmlichkeit stehen, natürlich in Verbindung mit der jeweiligen Dosis. Hier kann eine ausführliche Beratung in einer Apotheke dienlich sein, da dort neben den verschiedenen Präparaten auch entsprechende Erfahrungswerte verfügbar sind.

 

Quellen:
Herold et al – Innere Medizin 2013, G. Herold-Verlag
Lohr/Keppler – Innere Medizin Kompendium, 4. Auflage 2005, Elsevier-Verlag
Rheumatology International, Vol 33, January 2013, S. 167 ff.
PTA-Forum Online, Ausgabe 23/2018
Wissenschaftliche S3-Leitlinie 145/004: Fibromyalgiesyndrom (Stand 03/2017)


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