Magnesiumbedarf bei Pferden

Wieviel Magnesium bei Pferden

Magnesium ist ein wichtiger Mikronährstoff, der für viele Prozesse im Organismus verantwortlich ist. Ein Mangel kann weitreichende Folgen haben. Auch im Reitsport wird die Bedeutung von Magnesium immer größer. Denn auch der Organismus des Pferdes ist auf Magnesium angewiesen. Wie hoch ist der Magnesiumbedarf bei Pferden?

Wie decken Pferde ihren Bedarf an diesem wichtigen Mikronährstoff und wie kann man bei einem Mangel zusätzlich Magnesium zuführen?

 

Magnesiumbedarf bei Pferden

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Magnesiumbedarf bei Pferden – Faktenblock:

  • Magnesiumgabe hat bei Pferden nachweislich eine entspannende Wirkung
  • Pferde, die stark schwitzen oder erhöhten Stressituationen ausgesetzt sind, haben einen erhöhten Magnesiumbedarf
  • Magnesium kann mit Hilfe von Mineralfutter zugefüttert werden
  • Der Magnesiumbedarf bei Pferden variiert zwischen zwei und zehn Gramm täglich; abhängig von Gewicht und Anforderung an das Reitpferd
  • Der Magnesiumspiegel im Blut kann vom Tierarzt bestimmt werden

Entspanntes Pferd Dank Magnesium

Magnesium hat auf Pferde in Stresssituationen nachweislich eine entspannende Wirkung. Das sprichwörtliche Pulverfass unterm Sattel kann mit Hilfe des Mikronährstoffes deutlich „entschäft“ werden. Gerade in der Ausbildung junger Sportpferde ist ein zu nervöses Pferd eine große Herausforderung für den Reiter. Erste Erfahrungen im Gelände, die Fahrt mit einem Pferdeanhänger oder die ersten Male auf einem Turnier: Junge (und auch erfahrene) Reitpferde haben in solchen Situationen eine erhöhte Ausschüttung von Stresshormonen. Durch den angeborenen Fluchtinstinkt sind viele Pferde in solchen Situationen nervöser als vorher, werden auf dem Reitplatz „guckiger“, schrecken zurück. Ein Entspanntes Vorwärts-Abwärts ist dann nicht mehr möglich.

Um dem Sportsfreund zu entwas mehr Entspannung zu verhelfen, greifen immer mehr Reiter und Ausbilder zu Magnesium. Eine australische Studie hat nun empirisch belegt, dass Magnesium eine entspannende Wirkung auf Pferde hat. Wissenschaftler der Universität Charles Stuart ind South Wales untersuchten sechs Vollblutpferde. Gerade Vollblüter sind für ihr nervöses Nervenkostüm bekannt. Zusätzlich zur täglichen Tagesration an Futter, die bereits den Magnesiumbedarf bei den Pferden gedeckt hat, bekamen die Vollblüter 10 Gramm Magnesium zusätzlich. Die Reaktionsschnelligkeit der Tiere wurde bei zusätzlicher Gabe des Mikronährstoffes um rund ein Drittel gesenkt.

Magnesiumbedarf bei Pferden

Magnesium ist für den Organismus des Pferdes von zentraler Bedeutung. Es sorgt für die Funktion vieler Enzyme, hat eine wichtige Funktion in der Energiebereitstellung und für die Muskelspannung und ist wichtig für das Nerven- und Muskelgewebe. Auch beim Aufbau der Knochensubstanz und der Sehnen wirkt es unterstützten. Da viele junge Pferde, die sich noch im Wachstum befinden, immer größerer Belastung stellen müssen, sollte gerade im Training von jungen Pferden nicht auf Magnesium verzichtet werden. Außerdem beruhigt Magnesium die Nerven; nervöse Pferde werden deutlich ruhiger. Dieser Effekt entsteht, weil der Mikronährstoff die Erregungsweiterleitung im Nervensystem des Pferdes hemmt.
Bekommt ein Pferd zu wenig Magnesium und erleidet einen Mangel, kann dies ganz unterschiedliche Symptome mit sich bringen: Oft leiden die Pferde an Verspannungen und sind nervöser als zuvor. Auch angelaufene Beine, Antriebslosigkeit, keine Bereitschaft zur Mitarbeit unterm Sattel Verdauungs- und Atemprobleme können auf Magnesiummangel zurückzuführen sein.
Der Magnesiumbedarf bei Pferden errechnet sich an seinem Ausgangsgewicht und dem Leistungsanspruch des Besitzers. Sportpferde, die viel Schwitzen haben einen höheren Bedarf als Artgenossen mit gleichem Gewicht, die gelegentlich im leichten Training geritten werden. Somit variiert der tägliche Bedarf zwischen zwei und zehn Gramm – je nach Ausgangslage, Rasse, Gewicht, täglichem Futter und sportlicher Leistungsanforderung.

Wie nehmen Pferde Magnesium auf und wann sollte man zufüttern?

Haben die Tiere ausreichend Zugang zu Raufutter, ist der tägliche Magnesiumbedarf bei Pferden durch das tägliche Futter gedeckt. Allerdings stehen immer mehr Pferde auf überdüngten Wiesen auf denen weniger Gräser und Kräuter wachsen als noch vor vielen Jahren. Abends im Stall fressen sie dann Heu, das von ähnlichen Wiesen stammt – auch so kann es zu einem Mangel des Mikronährstoffes kommen. Magnesium als Futterergänzung kann dann sinnvoll beigefüttert werden.
In der Turniersaison im Frühjahr und Sommer, wenn das Pferd auch im Training vermehrt schwitzt, ist es ebenfalls sinnvoll, Magnesium zuzufüttern, da das Mineral über den Schweiß vermehrt ausgeschieden wird. Auch in Stresssituationen wie einem Stall- oder Herdenwechsel, längeren oder ungewohnten Transporten, Durchfallerkrankungen oder zu Beginn der Turniersaison haben Pferde oftmals einen erhöhten Magnesiumbedarf. Gleiches gilt für tragende und säugende Stuten.
Junge Pferde, die in ihre ersten Turniersaison starten haben einen besonders hohen Bedarf. Dieser entsteht, da durch die neue Situation auf dem Turnier mit vielen Eindrücken, dem Transport und den vielen fremden Pferden und Menschen der Fluchtinstinkt des Pferdes zum ersten Mal besonders stark angesprochen wird. Der Adrenalinpegel im Blut des Jungpferdes nimmt automatisch zu und hat eine erhöhte Fettverbrennung zur Folge. Die Fettsäuren im Gewebe sind mit Magnesium verbunden, welches durch die erhöhte Verbrennung vermehrt ausgeschieden wird.

Alte Turnierhasen, die die Situation und den Stress gewohnt sind, leiden nicht unter diesem Effekt.
Zum Zufüttern eignen sich Leinsamen, Weizenkleie und Bierhefe oder klassisches Mineralfutter, das reich an Magnesium ist. Auch ein Zuviel an Magnesium ist für das Pferd nicht schädlich. Sind sich Besitzer dennoch unsicher, was den Magnesiumbedarf bei Pferden angeht, kann der Tierarzt mit einem Blutbild feststellen, ob ein Mangel vorliegt.


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