Magnesiummangel Diagnose und Untersuchungen

Wie kann man Magnesiummangel festellen?

Bei wachsendem Verdacht auf eine Unterversorgung mit Magnesium, sollten Sie den Gang zum Hausarzt antreten, damit dieser passende Untersuchungen durchführen kann.

Diese ermöglichen eine Diagnose und damit das schnelle Handeln. Welche Untersuchungsschritte dabei möglich sind, erfahren Sie in diesem Blogbeitrag.

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Zur Magnesiummangel Diagnose durch folgende Symptome:

Magnesium ist im Körper an vielen Prozessen beteiligt und zählt daher zu den lebensnotwendigen Stoffen. Genau aus diesem Grund ist ein bislang unentdeckter Mangel für den gesamten Organismus gefährlich. Sinkt der Magnesiumspiegel, können rein körperlich betrachtet

  • starke Muskelkrämpfe
  • Kopfschmerzen
  • Herzbeschwerden (meist ein verstärktes Klopfen)
  • kalte Extremitäten (bis hin zum Taubheitsgefühl)

auftreten.

Da das Gehirn auf die Magnesiumversorgung angewiesen ist, wirkt sich ein Mangel auch auf das psychische Befinden aus. In diesem Zusammenhang sind

häufig zu beobachten.

Die Vielzahl an Prozessen, an denen Magnesium beteiligt ist, bringt aber zugleich ein entscheidendes Problem mit sich: ein Magnesiummangel ist aufgrund sehr individueller Symptome nur schwer zu erkennen. Die Untersuchungen müssen daher von einem fachkundigen Mediziner durchgeführt werden, damit eine sichere Diagnose erstellt werden kann.

 

Magnesiummangel Untersuchungen durch den Arzt

Vor den körperlichen Untersuchungen steht die Anamnese

Bei Verdacht auf einen Magnesiummangel sind Untersuchungen zwar wichtig, für eine sichere Diagnose spielt aber ebenso eine ausführliche Anamnese eine Rolle. Der Arzt wird Sie daher eingehend zu Symptomen im Alltag, zur Ernährung und zu Dingen wie Sport, Alkoholkonsum und ähnlichem befragen.

Wichtig: Antworten Sie im Rahmen der Anamnese immer ehrlich, auch wenn Ihnen eine Antwort eher unangenehm ist. Der Arzt will Sie nicht moralisch bewerten, sondern Ihrem möglichen Magnesiummangel auf den Grund gehen.

Folgende Erkenntnisse können aus dem Arzt-Patienten-Gespräch gewonnen werden:

  • Sie befolgen derzeit eine strenge Diät, bei der eventuell eine Mangelernährung aufgetreten ist.
  • Sie sind Leistungssportler und haben daher einen überdurchschnittlichen Magnesiumbedarf.
  • Sie besitzen als Schwangere oder stillende Mutter einen erhöhten Magnesiumbedarf, der eventuell nicht abgedeckt wird.
  • Sie sind Diabetiker, was auch den Mineralstoffwechsel ungünstig beeinflussen kann.
  • Sie müssen Medikamente einnehmen, die negativ auf die Verwertung von Magnesium wirken. Dazu zählen beispielsweise Diuretika (entwässernde Mittel), manche Antibiotika, Abführmittel und Protonenpumpenhemmer (gegen Sodbrennen).

 

 

Magnesiummangel Diagnose durch das Blutbild

Die klassische Untersuchung beim Mediziner: ein Blutbild

Hat Ihr behandelnder Arzt die Vermutung, dass Sie an einen Magnesiummangel leiden, wird er Ihnen zur Diagnose des Magnesiummangel im Rahmen eines Blutbildes aus einer Armvene etwas Blut entnehmen. Im Labor wird dann bestimmt, wie hoch die Konzentration ist und mit dem Normwert verglichen.

Ein Erwachsener sollte mindestens 0,73 Millimol Magnesium in einem Liter Blut besitzen.

Der Magnesiumanteil in der Blutprobe wird entsprechend auf einen Liter hochgerechnet. Als ideal gelten 0,7 bis 1,0 mmol/l. Ist der Wert deutlich außerhalb des unteren Grenzwertes, steht die Diagnose Magnesiummangel – auch unabhängig von Ihren zuvor beschriebenen Symptomen. Da jeder Körper individuell auf das Defizit reagiert, ist selbst ohne Beschwerden der Laborwert das entscheidende Kriterium. Manchmal kommt es vor, dass ein Mangel bereits seit Jahren besteht, bevor die ersten Beschwerden für den Patienten spürbar sind.

 

Ist die Blutuntersuchung zuverlässig?

Stellt sich im Labor heraus, dass zu wenig Magnesium im Blut vorhanden ist, kann dieser Untersuchung vertraut werden. Maximal können Messfehler aufgetreten sein. Anders sieht es allerdings mit negativen Befunden aus.

Zeigt die Blutuntersuchung keinen Mangel, könnte dennoch ein Defizit vorliegen. Der Grund dafür: im Blut wird nur der Wert des Gesamtmagnesiums bestimmt. Da der Körper jedoch über einen gewissen Zeitraum das „alte“ Magnesium speichern kann, könnte dennoch eine akute Unterversorgung vorliegen. Sie hat sich in diesem Fall nur noch nicht im Blutbild niedergeschlagen.

Das Gefährliche dabei: Selbst wenn im Blut noch ausreichend Magnesium vorhanden ist, sodass der Normwert erreicht bleibt, kann in den Knochen und Organen bereits ein Mangel vorliegen. Es ist daher wichtig, bei einer negativen Blutanalyse doch weiterhin bestehendem Verdacht, zusätzlich nachzuforschen.

Bei Magnesiummangel kann auch der Urin untersucht werden

Eine weitere Untersuchung zur Diagnostik stellt die Auswertung einer Urinprobe da. Dabei wird keine einzelne Probe beim Arzt abgegeben, sondern der sogenannte 24-Stunden-Sammelurin. In diesem wird das Magnesium bestimmt, dessen Wert im Idealfall zwischen drei und fünf mmol liegen sollte.

Wichtig: Befindet sich der Wert unter der Grenze von drei, gilt die Diagnose Magnesiummangel als belegt und sollte zeitnah therapiert werden.

 

Magnesiummangel Diagnose – Wie funktioniert 24-Stunden-Urin?

Haben Sie bislang noch nie oder nur einmalige Urinproben abgegeben, ist das Sammeln von 24-Stunden-Urin etwas komplizierter. Folgende Dinge gibt es zu beachten:

  • Es gilt nicht nur viele Einzelproben zu sammeln, sondern auch die Uhrzeit des Toilettengangs zu notieren.
  • Der Morgenurin (erste WC-Gang nach dem Aufstehen) wird zwar zeitlich notiert, aber nicht in der Probe gesammelt. Die Uhrzeit gilt als Startpunkt der 24 Stunden.
  • Jeder Gang nach dem Morgenurin wird gesammelt und zwar ab dem ersten Tropfen und bis zur kompletten Entleerung der Harnblase.
  • Sind 24 Stunden abgelaufen, gehen Sie auch ohne Harndrang zur Toilette und sammeln den vorhandenen Urin für die letzte Probe.
  • Der Sammelurin soll meist im Kühlschrank aufbewahrt und spätestens nach 48 Stunden beim Arzt abgegeben werden.

Es ist sehr wichtig, dass Sie den Anweisungen des Arztes genau folgen, damit die Laborwerte am Ende auch zuverlässig sind.

 

Ausblick: nach der Diagnose

Erhärtet sich der Verdacht auf einen Magnesiummangel durch Untersuchungen und Diagnose, wird eine Supplementation erarbeitet. Das bedeutet, Sie erhalten vom Arzt Magnesium-Präparate. Als Nahrungsergänzungsstoffe sind sie auf Ihren persönlichen Bedarf eingestellt und können meist als Brausetabletten in Wasser aufgelöst werden.

Über regelmäßige Kontrollen wird erhoben, wie lange die Nahrungsergänzungsstoffe notwendig sind und diese später abgesetzt. Das Ziel jeder Therapie ist es, langfristig über eine ausgewogene Ernährung einen gesunden Magnesiumwert zu halten.

 

Quellen:
Michael Hlatky und? Sepp Porta. Ausgepowert: Wie Magnesium-Mangel krank macht!. Verlagshaus der Ärzte. 2013


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