Magnesiummangel in der Schwangerschaft

Anzeichen und Folgen – Magnesiummangel in der Schwangerschaft

Magnesium ist einer der wichtigsten Mineralstoffe. Wie schnell die Reserven zu Ende gehen können, erfahren Frauen in Schwangerschaft und Stillzeit sehr schnell.

Achten sie in diesen Phasen nicht auf eine ausreichende Magnesiumzufuhr, tritt schnell ein Magnesiummangel auf – mit gesundheitlichen Folgen für die Mutter und das ungeborene Kind.

Magnesiummangel in der Schwangerschaft

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Warum ist Magnesium so wichtig?

Magnesium ist gleich nach Calcium der in unserem Körper am häufigsten vorhandene Mineralstoff. Als solcher ist der Mensch wie alle Lebewesen auf eine Zufuhr von außen angewiesen, denn selbst bilden kann er ihn nicht.

Wichtig ist Magnesium vor allem in seinem Zusammenspiel mit Calcium, das in vielen Körperfunktionen antagonistisch, das heißt entgegengesetzt wirkt. Das gilt insbesondere für die Erregungsleitung im Nervensystem und die Kontraktion von Muskeln, gleich ob es sich dabei um Skelettmuskulatur, das Herz oder die glatte Muskulatur der Eingeweide handelt.

Ebenso ist Magnesium wichtig für ein funktionierendes Immunsystem und einen ausgeglichenen Hormonhaushalt.

Die größten Magnesiummengen finden sich im Skelettsystem, das zugleich als Magnesiumspeicher dient. Normalerweise sind hier ausreichende Reserven vorhanden, um den laufenden Bedarf zu decken und einen kurzfristigen Magnesiummangel zu überbrücken. Ein wichtiger Faktor für den Calcium- und Magnesiumumsatz aus den Knochen ist das Cholecalciferol oder Vitamin D3.


Magnesiummangel in der Schwangerschaft – Das Wichtigste auf einen Blick!

  1. Magnesium ist ein wichtiger Mineralstoff, von dem große Mengen zusammen mit Calcium im Knochen eingelagert sind.
  2. Beide sind für eine Vielzahl von Körperfunktionen zuständig, vor allem im Bewegungsapparat, im Nervensystem sowie im Hormonhaushalt und Immunsystem.
  3. Zu einem Magnesiummangel kommt es, wenn diese Reserven nicht ausreichen und Magnesium in der Nahrung fehlt, nicht aufgenommen werden kann oder in großen Mengen verbraucht wird.
  4. Paradebeispiel für einen erhöhten Magnesiumbedarf ist die Schwangerschaft. Die Mutter muss den wachsenden Embryo mit immer mehr Calcium und Magnesium versorgen und erschöpft so schnell den eigenen Zwischenspeicher.
  5. Dieser hohe Magnesiumbedarf setzt sich bis in die Stillzeit fort, in der große Mengen Magnesium für die Produktion der Muttermilch eingesetzt werden.

Magnesiummangel: Wie viel Magnesium sollte man im Blut haben?

Magnesium gehört zu den Mineralstoffen, die Labors bei Blutuntersuchungen routinemäßig im kleinen Blutbild mit bestimmen.

Referenzbereich Magnesium: 0,8 – 1,2 mmol/l (2 – 3 mg/dl)

Wie entsteht ein Magnesiummangel?

Magnesium ist ein Mineralstoff, der in unserer Nahrung in recht großen Mengen zur Verfügung steht. Dennoch kann ein Magnesiummangel auftreten, wenn die Aufnahme über die Darmschleimhaut gestört ist, etwa infolge von Durchfällen. Ähnliches gilt für Störungen des Hormonhaushaltes, einen erhöhten Bedarf oder bei vermehrter Ausscheidung.

Wie kommt es zu einem Magnesiummangel in der Schwangerschaft?

Extreme Veränderungen in der hormonellen Situation und hoher Magnesiumbedarf findet man während der Schwangerschaft. Mit zunehmender Größe benötigt der wachsende Embryo immer größere Mengen an Magnesium für seine Knochen und die Funktionalität seiner Muskeln und des Nervensystems. Damit ist Magnesium ein wichtiger Faktor für die Entwicklung des Kindes.

Darüber hinaus sorgt der veränderte Hormonhaushalt für eine verstärkte Ausscheidung von Magnesium über den Urin. Dadurch gehen große Mengen des wichtigen Mineralstoffes verloren. Ähnliches geschieht bei zuvor jahrelanger Einnahme der Antibabypille: Auch das führt zu langfristigen Magnesiumverlusten, die sich mit der Zeit aufsummieren.

Woran merke ich, dass ich einen Magnesiummangel habe?

Werdende Mütter klagen häufig über den typischen Klassiker eines Magnesiummangels: nächtliche Wadenkrämpfe. Bisweilen treten auch Bauchkrämpfe auf – in der Schwangerschaft nicht unüblich. In solchen Fällen sollte Mama ihren Frauenarzt um Rat fragen und ihre Ernährung magnesiumreicher gestalten oder Magnesiumpräparate zu sich nehmen. Lassen Sie auf jeden Fall abklären, ob nicht andere Ursachen dahinterstecken.

Wichtig! Leiden Sie in der Schwangerschaft an Bauchkrämpfen, schieben Sie das nicht leichtfertig auf einen Magnesiummangel und versuchen Sie keinesfalls, diese mit einer eigenmächtigen Magnesiumtherapie in den Griff zu bekommen! Informieren Sie Ihren behandelnden Arzt darüber und lassen Sie ihn abklären, ob es sich dabei nicht um eine Gestose („Schwangerschaftsvergiftung“) handelt. Eklampsie und HELLP-Syndrom müssen dringend medizinisch behandelt werden!

Neben Krämpfen sind nervöse Störungen wie Kribbeln in den Fingern oder Taubheitsgefühl sowie Herzrhythmusstörungen möglich. Zudem macht Magnesiummangel müde und sorgt für Schlafstörungen.

Gegebenenfalls rät Ihnen Ihr Gynäkologe, ein Magnesiumpräparat in Form eines Pulvers, Tabletten oder Brausetabletten einzunehmen.

Muss ich mich um einen Magnesiummangel in der Schwangerschaft kümmern?

Klares Ja! Bekommt das wachsende Kind zu wenig Magnesium, drohen Entwicklungsstörungen in den Knochen, der Muskulatur und im Nervensystem. Zudem verursacht ein Magnesiummangel nicht nur Krämpfe in den Waden, sondern auch in der Muskulatur der Gebärmutter – vorzeitige Wehen und Fehlgeburten sind die Folge!

Wichtig! Vor allem Frauen mit „Risikoschwangerschaft“ müssen auf eine ausreichende Magnesiumversorgung achten: Magnesiummangel kann vorzeitige Wehen und Frühgeburten auslösen!

Wie viel Magnesium sollte man in der Schwangerschaft einnehmen?

Die meisten Quellen geben einen täglichen Magnesiumbedarf um die 300 Milligramm an. Bei Schwangeren empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung ein Minimum von 310 Milligramm pro Tag. Bei stillenden Müttern ist der Bedarf noch höher: Hier liegt die Empfehlung bei 390 Milligramm.

Wichtig! Mit der Magnesiumzufuhr über spezielle Präparate kann man auch zu viel des Guten tun: Gerade am Ende der Schwangerschaft beeinträchtigt es die Muskelkontraktion – und ist damit nicht besonders förderlich für die notwendigen Wehen! Daher sollten Sie Magnesiumpräparate im dritten Trimenon, insbesondere ab der 36. SSW nur nach Rücksprache mit Ihrem Frauenarzt einnehmen!

Achtung! Eisen und Magnesium vertragen sich nicht

Zumindestens nicht, wenn man sie zusammen als Präparate mit der Nahrung zu sich nimmt. Sie behindern sich gegenseitig bei der Aufnahme durch die Darmschleimhaut. Daher sollten Sie, falls Sie in der Schwangerschaft auch ein Eisenpräparat gegen Eisenmangel einnehmen, nicht beide gleichzeitig zu sich nehmen.

Wichtig! Sind Sie schwanger und nehmen Sie sowohl ein Eisenpräparat als auch ein Magnesiumpräparat, achten Sie auf einen ausreichenden zeitlichen Abstand! Am besten nehmen Sie das eine Präparat morgens, das andere abends ein.

Woher bekomme ich in der Schwangerschaft ausreichend Magnesium?

Nicht immer müssen es Magnesiumpräparate sein, auch wenn diese die Sache wesentlich vereinfachen. Sind Sie keine Freundin von Pillen, Pülverchen & Co., achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung. Magnesium findet sich beispielsweise in Fleisch, Fisch und Milchprodukten. Oder in vielen Obst- und Gemüsesorten, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Nüssen wie Cashew-, Sonnenblumen- und Kürbiskernen oder Sojaprodukten, falls Sie sich vegan oder vegetarisch ernähren.

Mit einer gesunden Ernährung tun Sie sich nicht nur in Schwangerschaft und Stillzeit einen Gefallen, und nicht nur bei der Deckung des Bedarfes an Magnesium, sondern auch bei vielen anderen Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen.

Achten Sie gegebenenfalls auch auf den Magnesiumgehalt Ihres Mineralwassers. Im Vergleich zur Nahrung ist darin nur relativ wenig enthalten, aber bei zwei bis drei Litern täglich kommt auch hier einiges zusammen.

Quellen, Links und weiterführende Literatur

  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.
  • Barbara Hendl: Das Magnesium-Buch: Schlüsselmineral für unsere Gesundheit – Magnesiummangel rechtzeitig erkennen und behandeln. 4. Auflage. Kirchzarten 2016: VAG-Verlag. ISBN-10: 3867311536.
  • Wolfgang Piper: Innere Medizin. 2. Auflage. Stuttgart 2012: Springer-Verlag. ISBN-10: 3642331076.
  • Birgid Neumeister, Bernhard O. Böhm: Klinikleitfaden Labordiagnostik. Elsevier Urban & Fischer Verlag 2018. ISBN-10: 3437222341.

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