Magnesiummangel Symptome und Folgen

Autor: Dr.Harald Stephan

Sie werden öfters mitten in der Nacht durch Wadenkrämpfe geweckt? Sie sind ständig müde und abgeschlagen? Dahinter könnte ein Magnesiummangel stecken. Anfänglich äußert er sich vor allem in Form von Krämpfen und Zuckungen in der Muskulatur. Zu ernsteren Folgen führt er erst, wenn er über längere Zeit fortbesteht. Dann kann er sogar das Herz beeinträchtigen und zu Herzrhythmusstörungen und Herzinsuffizienz führen.

 

Alle Symptome eines Magnesiummangel

Oftmals treten Magnesiummangel Symptome und seine Folgen nicht alleine auf. Ein erhöhter Magnesiumbedarf liegt in Schwangerschaft und Stillzeit, bei Leistungssport oder Magen-Darm-Erkrankungen vor. Das bedeutet auch einen erhöhten Bedarf an anderen Mineralstoffen, Vitaminen und Spurenelementen, der oft ebenfalls nicht erfüllt wird. Daher treten die entsprechenden Symptome der entsprechenden Mangelerkrankungen zusammen mit denen des Magnesiummangels auf.

 

Welche Anzeichen, Symptome und Folgen hat ein Magnesiummangel

Magnesiummangel hat unterschiedliche Folgen, aber die bekannten Muskelkrämpfe und Muskelzuckungen sind nicht die ersten Symptome. Meistens zeigen sich zuerst psychische Folgen und solche auf den Energiestoffwechsel. Denn Magnesium wirkt als Gegenspieler des Calciums bei der Erregungsbildung und Erregungsleitung der Nervenzellen. Im Energiestoffwechsel ist es wichtig für die Energiegewinnung durch die Verbrennung von Fetten und Kohlenhydraten.

Die ersten Folgen eines Magnesiummangels: Man ist ständig müde und abgeschlagen und hat keinen Appetit. Andererseits kann man nachts schlecht schlafen. Das Denken ist verlangsamt und die Konzentration lässt zu wünschen übrig. Anzeichen von Stress wie Unruhe, Nervosität und Reizbarkeit kommen hinzu. Die Patienten werden teilnahmslos und haben überhaupt keine Lust mehr, etwas zu unternehmen oder ihre sozialen Kontakte zu pflegen. Sie leiden zudem oft an Depressionen, Kopfschmerzen und Schwindelgefühl.

Magnesiummangel symptome

Arztgespräch zu den Magnesiummangel Symptomen und Folgen: Copyright: alexraths bigstockphoto.com

 

Alle Magnesiummangel Symptome

Die Magnesiummangel Symptome sind je nach Alter und Grad der Unterversorgung unterschiedlich stark ausgeprägt. Im Säuglings- und Kleinkindalter kommt es zu leichten Gedeihstörungen und einer erhöhten Neigung zu Krämpfen.

Das Zahnen setzt wesentlich später ein. Kinder im Schulalter leiden an Schlaf- und Konzentrationsstörungen sowie Kollapszustände, Muskelkrämpfe und Kopfschmerzen. Bei Mädchen setzt die erste Regelblutung, die mit Beschwerden einhergeht, verspätet ein. Manchmal weicht die Dauer einer Periode von der Norm ab. Ein Mangel an Magnesium geht mit einer erhöhten Anfälligkeit gegenüber Infektionskrankheiten einher.

Beim erwachsenen Menschen sind die Magnesiummangel Symptome weitaus vielfältiger. Typisch sind die nachts auftretenden Wadenkrämpfe, die manchmal über mehrere Minuten anhalten und den Betroffenen um den Schlaf bringen. Weitere Symptome sind:

  1.         Kopfschmerzen,
  2.         Haarausfall durch Magnesiummangel
  3.         Müdigkeit und schnelle Erschöpfbarkeit,
  4.         Gereiztheit und innere Unruhe,
  5.         übermäßiges Schlafbedürfnis,
  6.         Herzprobleme und Störungen der Durchblutung,
  7.         Taubheitsgefühl in Händen und Füßen,
  8.         Verwirrtheit und Grübeleien sowie
  9.         Antriebslosigkeit.

Ab dem 40. Lebensjahr sind neurologische Ausfälle, die eine Unterversorgung des Gehirns mit Sauerstoff zur Folge haben, möglich.

 

Magnesiummangel: Wadenkrämpfe und ähnliche Symptome

Bei einem Magnesiummangel treten am häufigsten Symptome in der Muskulatur auf. Neben nächtlichen Wadenkrämpfen und Krämpfen der Kaumuskulatur kommt es auch tagsüber an anderen Stellen zu Verkrampfungen. Häufig sind Muskelzittern und Muskelzuckungen, vor allem ein Lidzucken an den Augen. Muskelverspannungen und Fingerkribbeln sind weitere Anzeichen. Letztlich treten Sensibilitätsstörungen und Beweglichkeitsstörungen auf. Bei Frauen verstärken sich die Menstruationsschmerzen.

Das liegt daran, dass Magnesium für die Entspannung der Muskulatur wichtig ist. Es agiert ähnlich wie im Nervensystem als Gegenspieler des Calciums bei der Muskeltätigkeit. Fehlt Magnesium, steigert das die Durchlässigkeit der Zellmembranen für Calcium, Natrium und Kalium. Der Muskel wird so leichter erregt und neigt daher zu Krämpfen und Zuckungen.

 

Magnesiummangel Symptome in der Schwangerschaft

Der Einfluss auf die Muskulatur hat bei Magnesiummangel Auswirkungen auf die Schwangerschaft. Denn Schwangerschaft bedeutet einen immens erhöhten Magnesiumbedarf. Vor allem das Wachstum der Plazenta und des Babys benötigen viel Magnesium. Fehlt dem Ungeborenen Magnesium, führt das zu Entwicklungs- und Wachstumsstörungen.

Unglücklicherweise wird während der Schwangerschaft sehr viel Magnesium mit dem Urin ausgeschieden. Morgendliches Erbrechen und Verdauungsstörungen vermindern außerdem die Magnesiumaufnahme aus der Nahrung.

Die Folgen sind Gestosen, früher als Schwangerschaftsvergiftungen bezeichnet. Außer nächtlichen Wadenkrämpfen sind Verdauungsstörungen und vermehrte morgendliche Übelkeit mit Erbrechen die Folge einer Hyperemesis. Darüber hinaus ist der Magnesiummangel an der Präeklampsie beteiligt, indem es mit zum Schwangerschaftsbluthochdruck beiträgt. Die als Komplikation auftretende Eklampsie bedroht das Leben von Mutter und Kind, da sie zu Lungen- und Hirnödemen sowie Nieren- und Leberversagen führen kann.

Besonders tückisch ist das HELLP-Syndrom mit Störungen der Leberfunktion und damit der Blutgerinnung. Die Leberenzyme sind erhöht, die roten Blutkörperchen werden zerstört, und die Anzahl der Blutplättchen ist erniedrigt. Ein HELLP-Syndrom muss umgehend intensivmedizinisch versorgt werden, denn Hirnblutungen und Leberrisse können binnen kürzester Zeit zum Tode führen.

Wenn die Muskulatur der Gebärmutter krampft, bedeutet das Blutungen, vorzeitige Wehen und schlimmstenfalls eine Frühgeburt. Liegt eine Risikoschwangerschaft vor, sollte der Frauenarzt auf jeden Fall die Magnesiumwerte im Auge behalten.

Die Wichtigkeit des Magnesiums ist auch der Grund, warum es zur Unterbindung vorzeitiger Wehen eingesetzt wird. Der Magnesiumgehalt des Blutes wird regelmäßig kontrolliert, um einen Magnesiummangel und seine Folgen rechtzeitig verhindern zu können. Oftmals wird während der Geburt Magnesium intravenös verabreicht, um die Wehen regulieren zu können.

 

Magnesiummangel in der Stillzeit

Ein nicht unerheblicher Teil des körpereigenen Magnesium landet während der Stillzeit in der Muttermilch. Daher ist der Magnesiumbedarf bei stillenden Müttern erhöht. Seine Deckung über die Nahrung ist nicht nur wichtig für die Mutter, um die bereits beschriebenen Symptome wie Krämpfen vorzubeugen. Auch das Kind benötigt ausreichende Mengen an Magnesium für Wachstum und Entwicklung.

 

Magnesiummangel: Folgen bei Kindern

Kinder benötigen während des Wachstums besonders viel Magnesium. Wenn ein Magnesiummangel auftritt, liegt das oft genug daran, dass zu wenig davon mit der Nahrung aufgenommen wird. Vollkornprodukte und gesunde Ernährung überhaupt sind ihnen schwer zu vermitteln, wo Fast Food und Süßigkeiten doch wesentlich besser schmecken.

Die Symptome von Magnesiummangel bei Kindern ist ein verminderte Lebhaftigkeit und Aktivität. Die Kleinen toben nicht so, wie man es von ihnen erwarten würde, und sind ständig müde und erschöpft. Hinzu kommen Wachstumsstörungen, da Magnesium wichtig für die Bildung von Muskelgewebe und Knochensubstanz ist.

 

Anhaltender Magnesiummangel und seine Folgeerkrankungen

Besteht der Magnesiummangel über längere Zeit, werden die Folgen zusehends ernster. Denn nicht nur die Skelettmuskulatur und die glatte Muskulatur des Magen-Darm-Traktes benötigt Magnesium, sondern auch der Herzmuskel. Auch hier fungiert Magnesium als Calcium-Antagonist und beeinflusst die Erregungsbildung und Erregungsleitung im autonomen Nervensystem des Herzens. Dadurch wirkt es antiarrhythmisch und stabilisiert den Herzschlag.

Da dessen Funktion überlebenswichtig ist, tut der Körper alles, um wenigstens diesen so gut wie möglich mit dem Mineralstoff zu versorgen. Irgendwann funktioniert das bei einem anhaltenden Mangel nicht mehr und das Herz wird in Mitleidenschaft gezogen.

So kommt es bei einem Magnesiummangel-Syndrom (Hypomagnesiämie-Syndrom) zunächst zu einer Verstärkung der genannten körperlichen und psychischen Symptome wie Müdigkeit und Bewusstseinsstörungen. Zudem treten Herzrhythmusstörungen und ein beschleunigter Herzschlag (Tachykardie) auf. Letztlich beeinträchtigt der Magnesiummangel die Herzfunktion, das seine Pumpleistung nicht mehr aufrechterhalten kann – es kommt zur Herzinsuffizienz.

 

Magnesiummangel Symptome – Fragen Sie Ihren Arzt

Das Auftreten eines der Magnesiummangel Symptome ist für viele Menschen noch kein Grund, sofort den Hausarzt aufzusuchen. Beschwerden wie Kopfschmerzen, Unruhe, Müdigkeit oder Gereiztheit führen viele Betroffene auf den Alltagsstress oder das Wetter zurück.

Daher bleibt ein Magnesiummangel oftmals über längere Zeit unerkannt. Bei anhaltenden Muskelkrämpfen oder Herzproblemen ist ärztliche Hilfe notwendig, da anderenfalls Schlaganfall und Herzversagen drohen. Der Hausarzt kann im Rahmen eines Check-ups den Magnesiumgehalt im Körper ermitteln und eine geeignete Therapie vorschlagen.

Literatur

  1. Gerd Herold: Innere Medizin. Köln: G. Herold Verlag (2016). ISBN-10: 3981466063
  2. Wolfgang Piper: Innere Medizin. 2. Auflage. Stuttgart: Springer-Verlag (2012). ISBN-10: 3642331076.

Autor: Dr.Harald Stephan

 

 


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