Müdigkeit durch Magnesiummangel

Magnesium gegen Müdigkeit

Wer trotz ausreichendem Nachtschlaf beständig unter Müdigkeit leidet, hat durch eine falsche Ernährung oder aufgrund medikamentöser Nebenwirkungen eventuell einen Magnesiummangel ausgebildet. Lesen Sie hier, wie es im Detail dazu kommt und woran Sie die Mangelerscheinung bei sich und anderen erkennen.

Sind Sie dauerhaft müde und schon nach der Hälfte eines Tages erschöpft, kann es sich um eine Müdigkeit durch Magnesiummangel handeln, wie Sie diese Müdigkeitsempfindung schnell und effektiv behandeln können erfahren Sie in diesem Artikel.

 

Müdigkeit durch Magnesiummangel

Müdigkeit durch Magnesiummangel Copyright: © Antonioguillem – Fotolia.com

Müdigkeit durch Magnesiummangel: verstehen, erkennen, handeln

Wie entsteht eine ständige anhaltende Müdigkeit durch Magnesiummangel?

Magnesium ist lebensnotwendig für den Menschen und gehört daher bei der Ernährung zu den Stoffen, die täglich zugeführt werden müssen. Der Tagesbedarf liegt bei einem Erwachsenen bei rund 300 bis 400 Milligramm. Das ist vergleichsweise wenig und kann durch eine ausgewogene Ernährung, etwa mit Haferflocken zum Frühstück oder Vollkornprodukten als Beilage, relativ leicht erreicht werden.

Kommt das Magnesium im Magen-Darm-Trakt an, wird es resorbiert, also aus dem Nahrungsbrei gezogen und über die Schleimhaut in den Organismus geleitet. Es bindet sich unter anderem an die Eiweiße im Blut und trägt Schlüsselfunktionen bei der Arbeit von Enzymen. Damit diese aktiv sein können, muss also Magnesium vorhanden sein. Es wirkt ferner auf die Membran der Körperzellen und steuert die Interaktion zwischen Nerven- und Muskelzellen mit. Man könnte auch sagen, Magnesium wirkt beruhigend auf deren Informationsaustausch. Welchen Rückschluss lässt das auf Magnesiummangel zu?

Fehlt es dem Körper an Magnesium, wird zum einen die Enzymaktivität ausgebremst und zum andern steigt die Reizbarkeit des Nervensystems. Letzteres führt zu dem bekanntesten Symptom: Muskelkrämpfe. Die verringerte Enzymaktivität jedoch wirkt flächendeckend auf dem Organismus und führt zu einem Schwächegefühl wie bei einer beginnenden Erkältung und anhaltender Müdigkeit. Durch Magnesiummangel fehlt dem Energiehaushalt ein Mitspieler.

Wie äußert sich Müdigkeit durch Magnesiummangel?

Die Frage klingt im ersten Moment banal, denn natürlich ist die Müdigkeit selbst das primäre Symptom. Da Müdigkeit jedoch viele Ursachen haben kann, ist die Nachfrage durchaus berechtigt. Um Magnesiummangel auf die Spur zu kommen, stellen Sie sich drei Fragen:

  1. Schlafen Sie weniger sieben Stunden pro Nacht?
  2. Liegen Sie zunächst lang wach, beziehungsweise wachen Sie nachts regelmäßig auf?
  3. Kommt es vor, dass Sie schnarchen, Atemaussetzer (Apnoe) haben oder mit den Zähnen knirschen?

 

Müssen Sie eine oder mehrere Fragen mit Ja beantworten, liegt die Vermutung nahe, dass Müdigkeit am Tag nicht von einem Magnesiummangel herrührt, sondern die Qualität des Nachtschlafs schlicht zu schlecht ist. Kann hingegen jeder einzelner dieser Faktoren ausgeschlossen werden, wird es wahrscheinlicher, dass die Müdigkeit durch Magnesiummangel entsteht.

Der Verdacht verdichtet sich, wenn folgende Beschwerden hinzukommen:

  • nächtliche Krämpfe in einer Wade (selten auch zeitlich in beiden)
  • Muskelkrämpfe in anderen Körperregionen (auch am Tag, etwa beim Sport)
  • dauerhafte Verspannungen
  • Muskelzuckungen (beispielsweise am Augenlid)

 

Den Mangel an Magnesium medizinisch feststellen

Haben Sie den Verdacht, dass Ihre Müdigkeit durch Magnesiummangel entstanden ist, sollten Sie den Gang zum Hausarzt oder direkt zum Internisten antreten. Nennen Sie dem Mediziner Ihren Verdacht und bitten Sie um ein Blutbild. Die im Labor untersuchte Probe kann auf ihren aktuellen Magnesiumgehalt in getestet werden. Liegen die Werte unter dem Normbereich, gilt der Mangel als diagnostiziert und es liegt Müdigkeit durch Magnesiummangel vor.

Allerdings können auch Grenzwerte innerhalb des Normbereiches bereits auf einen (beginnenden) Mangel hindeuten. Die Durchschnittswerte dienen der Orientierung und der individuelle Bedarf kann davon abweichen. Eine Reihe von Lebensumständen erhöhen eventuell den persönlichen Bedarfswert:

  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • die Einnahme hormoneller Verhütung (da so dem Körper eine Schwangerschaft vorgetäuscht wird)
  • überdurchschnittlich viel Sport (mehr als fünf Stunden pro Woche)
  • häufige Migräne
  • Dauerstress
  • ein Alter über 50 Jahre

 

Den Mangel ausgleichen um Müdigkeit entgegenzuwirken

Liegt ein akuter Mangel vor, wird der Arzt Ihnen Magnesiumtabletten empfehlen, um Müdigkeit durch Magnesiummangel zu beheben. Dabei werden in der Praxis verschiedene Präparatsgruppen unterschieden

All diese Präparate enthalten Magnesium, unterscheiden sich jedoch in ihren Zusatzstoffen und können daher unterschiedlich auf Patienten wirken. Magnesiumchlorid gilt als Standardwahl, wenn der Betroffene nicht Sodbrennen als Nebenwirkung bekommt. In diesem Fall ist Magnesiumcitrat die zweite Wahl, kann jedoch seinerseits Durchfall fördern. Magnesiumcarbonat ist insgesamt schonender, wird allerdings vom Körper weniger effektiv aufgenommen. Magnesiumglycinat ist die vierte Option für alle mit besonders gereizter Verdauung.

Bedenken Sie bitte, dass trotz hochdosierter Präparate der Mangel nicht binnen weniger Tage behoben ist. Dafür ist der Stoffwechsel ein zu komplexes Gebilde und zu vielen Einfussfaktoren unterworfen. Es erfordert daher etwas Geduld, bis die Müdigkeit durch Magnesiummangel wirklich verschwindet.

Wichtig: die Dosis von Präparaten nicht eigenständig hochsetzen

Der gern genutzte Ausspruch „viel hilft viel“ stimmt in der Medizin nahezu nie. Jede noch so gesunde Maßnahme kann durch eine Überdosierung ins Gegenteil schlagen. Müdigkeit durch Magnesiummangel endet nicht früher, nur weil Sie die empfohlene Dosis erhöhen. Im Worst Case müssen Sie sogar Nebenwirkungen fürchten.

Bei gesunden Nieren wird ein Überschuss an Magnesium herausgefiltert und an den Urin weitergegeben. Der Mineralstoff verlässt also beim Toilettengang den Körper. Ist aufgrund von Alter oder Krankheit die Nierenaktivität eingeschränkt, kann sich das Magnesium im Körper anreichern. Der Arzt spricht von einer Hypermagnesiämie, die folgende Symptome erzeugen kann:

  • Durchfall
  • Übelkeit bis hin zu Erbrechen
  • Kreislaufprobleme
  • Lähmungen

Einem (erneuten) Magnesium-Mangel vorbeugen

Am gesündesten ist es natürlich, wenn Sie durch eine ausgewogene Ernährung genügend Magnesium konsumieren und Ergänzungspräparate nicht notwendig sind. Der beste Lieferant aus der Natur: Sonnenblumenkerne. Bereits 100 Gramm genügen, um 420 Milligramm Magnesium aufzunehmen und damit den kompletten Tagesbedarf zu decken. Je 100 Gramm folgender Lieferanten sind ebenfalls reich an Magnesium:

  • Leinsamen (350 mg)
  • Vollkornnudeln (130 mg)
  • Haferflocken (140 mg)

In geringen Mengen (zwischen zehn und 50 mg) enthalten auch Fleischsorten und Fisch Magnesium und helfen, den Tagesbedarf zu erreichen. Geringe Mengen sind auch in Obst und Gemüse vorhanden, wobei Spinat mit rund 50 mg die Spitze anführt.

Quellen:

Dr. Barbara Hendel: Das Magnesium-Buch. Schlüsselmineral für unsere Gesundheit – Magnesiummangel rechtzeitig erkennen und behandeln Taschenbuch. VAK. Auflage: 4. August 2016


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